blogosphere at datamining blog

Bildquelle: datamining.typepad.com

Der Link. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber auch ein wenig inflationär. Jedenfalls hält der Link das Gefüge Web zusammen, was wäre die Sprache ohne Verben. Gerade in der Blogosphäre und noch drastischer bei einer Technik wie dem Memetracking sind Links das Lebenselixier. Aber was passiert wenn man den Mensch, der den Link setzt, aussen vor lässt? Bessere Frage: Was passiert wenn man eine Technik wie das linkbasierte Memetracking mit einer Qualitätscommunity kombiniert? Sollte man dann gar in den Untiefen des Webs, der Feeds, der Blogosphäre das herausfischen können, was ansprechend und eventuell sogar ein wenig exklusiv ist? Schwierige Fragestellungen an die sich hier und da mehr oder minder Web2.0-ige Dienste herantasten mit unterschiedlichstem Erfolg. Frank Westphal ist sogar nach vorne geprescht und hat seine Bedenken bezüglich der Attraktivität seines Memetrackers Rivva, der derzeit ohne partizipative Community auskommt, öffentlich gemacht. Und Don Alphonso hat dies aus einer berechtigen Anspruchshaltung heraus kommentiert.

Das Thema ist wirklich eine soziotechnische Herausforderung. Ohne den Mensch, die Community geht da nichts. Performante Linkcruncher sind aber auch unverzichtbar, um in den hochkomplexen sozialen und semantischen Graphen überhaupt noch vage einen Überblick zu behalten.

Soviel scheint mir klar: Grundlagenforschung ist angebracht, Quellenstudium, Austausch … Hier ein kleiner Ausschnitt der Best-Of-Research in diesem hochspannenden Forschungsfeld:

Ein Papier:
Leskovec et al. 2007: Cascading Behavior in Large Blog Graphs.

Die Konferenzen zum Weblogging Ecosystem:
http://www.blogpulse.com/www2006-workshop/program.html
http://www.blogpulse.com/www2005-workshop.html
http://www.blogpulse.com/www2004-workshop.html

tiqqer logo

Nach etlichen Monaten Freizeitcoding, endlosen Meetings mit und ohne Bier, einigen interessanten Gesprächen mit Bloggern, Netzverrückten und sogar Businesssportlern ist es jetzt doch an der Zeit mal die gute alte virale Promomaschine anzuwerfen. Tiqqer das Tool braucht also Tiqqerblog das Blog. Und hier ist es. Natürlich werden wir noch 4-6 Wochen schrauben, “Under The Hood” ist noch ein wenig zu tunen, eigentlich sind die Featurelisten ein Leben lang endlos lang. Aber zum Glück ist es ja Web2.0-ig, also auf jeden Fall Perpetual Beta. Elegant gesprochen: Agile Development.

Und um was geht es eigentlich? Nach fast 3 Jahren Bloggen und nach 13 Jahren Netzerfahrung wollten wir ein Tool bauen, dass uns beim täglichen Kampf um den “heissen Scheiss”, man verzeihe die Wortwahl, aber darum geht es doch (!), unterstützt. In meinem professionellen Dasein lese ich täglich geschätzte 600 Postings aus etwa 50-80 handverlesenen Feeds. Zugegebenermassen ist dabei neben Nerd- und Technologyfeeds auch Unterhaltsames, Musikalisches, Künstlerisches. Aber mal unter uns: 600 Daily Postings zwischen 8.30 und 9.00 Uhr? Das ist doch eher “Shallow Processing”, drüberfliegen, hängenbleiben, nach del.icio.us schieben, beim ersten Kaffee die Kollegen fragen. Ach ja und dann kommen ja auch noch per Email geschätzte 20-30 Links pro Tag rein, die man unbedingt checken muss.

Lange Rede, kurzer Sinn: Abhilfe musste her, Tiqqer heisst das Baby. Unter der Haube:

- Quality Feed Index

- Memetracker

- Medienanalyse

- Suche

- Personalisierte Channels

- Einfache Social Network Geschichten

- Minimales Anreizsystem: Most read, most inserts, etc.

Und jetzt geht der Wahnsinn also los: Vorfreude, noch mehr Sorgen, Closed-Beta vorbereiten, Family, Friends, Freaks draufhetzen, Prügel beziehen, die Reaktion der deutschen Blogosphere abwarten, aber es kribbelt kräftig!

PS: Ihr wollt natürlich wissen, ob dies nicht ein billiger Clone von Rivva oder gar Scouty ist. Oder noch schlimmer, ob wir gar nach den Sternen greifen und Technorati, Google BlogSearch, etc. im Visier haben? Gute Fragen, bessere Antworten im nächsten Posting, ich muss die Kinder vom Rechner wegtreiben und ins Bett bringen …

Andreas von GlueckAuf hat das herrlich selbstironische Video von IBM gepostet zu dem Thema. Aber mal im Ernst, drüben im Valley geben sie mal wieder mächtig Gas. Respekt was das von RadarNetworks mit Twine kommt. Meint auch das Technology Blog der NY Times. Danke Michael für den Link!

Weil es so praktisch ist.

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