Browsing in Smart People

barcamp 2 berlin

Hier als .mov in ordentlicher Qualität der in die Hose gegangene Screencast von vor ein paar Tagen:
Supersocial.mov
Für Macuser läuft das in der Regel einfach durch, unter Windows braucht es evtl. ein Quicktime-Plugin.

Das Barcamp in Berlin war übrigens herrlich, abgesehen von Zahnschmerzen. Ich traf dort Oliver und Nicole und Alex und Markus und einen HBS-Fan mit T-Shirt (beim Warmup Event). Ich lernte interessante neue Leute kennen, zum Beispiel Michelle und Matthias. Ja ein beschauliches Spektrum an Möglichkeiten sich in der schillernden Welt des Netzes zu bewegen.

athen

[Bildquelle: Stephan]

Wo fange ich denn an?

99% der Entwicklungszeit für Tiqqer fliessen in Dinge, die lediglich dazu dienen, die Erwartungshaltung von Web1.0- und Web2.0-Anwendern zu befriedigen. So langweilig ist es. Dabei schlummert doch soviel mehr in den ganzen Fitzeln und Schnipseln des Live Web. Speziell die Blogger sind natürlich in herrlich unterschiedlichen Schattierungen unterwegs. Existentielles, überflüssiges, enervierendes, süchtig machendes Roh- und Hochglanzmaterial köchelt in der Riesenwebsuppengulaschkanone, wo wir es dann mit unserem kleinen Espressolöffel herausfischen wollen.

1% der Entwicklungszeit widmen wir also mit Begeisterung den Möglichkeiten, diesem mühsamen Prozess mit ein wenig algorithmischer Magie auf die Sprünge zu helfen. Im textuellen Bereich würden wir gerne mal Klassifikationsverfahren wie bspw. Support Vector Maschinen (SVM) ausprobieren, ein alter Hut für Machine Learning Gurus, aber bei geeigneten Trainingskollektionen, die von wissenden Menschen entsprechend mit echtem Hirnschmalz kategorisiert wurden, funktioniert dies doch sehr ansprechend. (Die Software aus der Kaderschmiede Dortmund, alternativ für Neuseelandfreaks der Ursprung dieser Frameworks.)

Also alles doch nur Statistik, ein Riesenrauschen da draussen?

PS: Und was hat das alles mit der alten Pforte auf dem Bild da oben zu tun?
100% unserer Entwicklungskraft weilen diese Woche in Athen. Dort, unterhalb der Akropolis, habe ich diese Pforte vor ca. genau 1 Jahr abgelichtet. -Nostalgie aus-

Contextual Ads im Jahre 2050. Wir schreiben das Jahr 2007. Aktuellst laufen gerade die Debatten wo die Reise hinsichtlich der Monetarisierung der Aufmerksamkeit hingeht, ob nun Facebook und/oder/mit Google und/oder/mit Microsoft, etc. höher und weiter fliegen wird als die, die noch kommen mögen, etc.

Jenseits dieser Debatte haben bereits findige Menschen ein nichtproprietäres Format geschaffen, das die diversen Useraktivitäten und Präferenzen bereits formal korrekt repräsentieren kann: APML. Ich möchte hier nicht weiter einsteigen, die Seite strotzt vor Informationen.

Die deutschen Gegenstimmen sind bekannt, recht frisch auch wieder was auf Heise zu dem Thema. Natürlich muss sich ein jedweder Anbieter einer personalisierbaren Livewebsearch + Discovery positionieren, sollte zumindest.

Wie ist der Stand der Dinge bei Tiqqer?
Gewillte Experten dürfen bei uns ein OPML-File hochladen, um ihre Favoriten und Themen bequem zu importieren. Auf einem serverbasierten System weiss man auch, wer was anklickt. Postings, mediale Anhänge, Links, Feeds, Autoren, andere Leser, etc. Damit kann man dann Rankings führen und die üblichen Top of the Feeds, Top Posting of the Week, Best rated Feed, und und und, anbieten. Da Tiqqer auch sogenannte thematische Kanäle anbietet, macht sich der Anwender -wenn er will- transparent. Er hat die Wahl diese Kanäle in den Status public oder private zu setzen. Tiqqer -das System- ist technisch in der Lage Interessensprofile über die Zeit zu aggregieren, JA das ist so! Würde Tiqqer über einen Risikokapitalgeber finanziert, dann könnte man hiermit beliebig tolle, risikoreiche, “abzockende(?)” Geschäftsmodelle aufzeigen. Tun wir aber nicht. Powerpoints machen, Business Angels suchen, das Team um BWL-Expertise erweitern ist mühsam und unspannend. Na das klingt ja alles toll und transparent hier.

Stellt sich nur die Frage nach der Finanzierung des Tiqqer Angebots. Wir haben momentan noch keine Abschätzung gemacht.
Doch was wird in der Summe anfallen wenn Tiqqer PublicBeta geht? Hosting, Traffic, Designanpassungen, Implementierung, Community Management, …
Was wollt Ihr denn? Ein kostenfreies, werbefreies Angebot, das über freiwillige Spenden finanziert wird? Geht das?

PS: Unser Baby im Alphazustand
Tiqqer Alpha

blogosphere at datamining blog

Bildquelle: datamining.typepad.com

Der Link. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber auch ein wenig inflationär. Jedenfalls hält der Link das Gefüge Web zusammen, was wäre die Sprache ohne Verben. Gerade in der Blogosphäre und noch drastischer bei einer Technik wie dem Memetracking sind Links das Lebenselixier. Aber was passiert wenn man den Mensch, der den Link setzt, aussen vor lässt? Bessere Frage: Was passiert wenn man eine Technik wie das linkbasierte Memetracking mit einer Qualitätscommunity kombiniert? Sollte man dann gar in den Untiefen des Webs, der Feeds, der Blogosphäre das herausfischen können, was ansprechend und eventuell sogar ein wenig exklusiv ist? Schwierige Fragestellungen an die sich hier und da mehr oder minder Web2.0-ige Dienste herantasten mit unterschiedlichstem Erfolg. Frank Westphal ist sogar nach vorne geprescht und hat seine Bedenken bezüglich der Attraktivität seines Memetrackers Rivva, der derzeit ohne partizipative Community auskommt, öffentlich gemacht. Und Don Alphonso hat dies aus einer berechtigen Anspruchshaltung heraus kommentiert.

Das Thema ist wirklich eine soziotechnische Herausforderung. Ohne den Mensch, die Community geht da nichts. Performante Linkcruncher sind aber auch unverzichtbar, um in den hochkomplexen sozialen und semantischen Graphen überhaupt noch vage einen Überblick zu behalten.

Soviel scheint mir klar: Grundlagenforschung ist angebracht, Quellenstudium, Austausch … Hier ein kleiner Ausschnitt der Best-Of-Research in diesem hochspannenden Forschungsfeld:

Ein Papier:
Leskovec et al. 2007: Cascading Behavior in Large Blog Graphs.

Die Konferenzen zum Weblogging Ecosystem:
http://www.blogpulse.com/www2006-workshop/program.html
http://www.blogpulse.com/www2005-workshop.html
http://www.blogpulse.com/www2004-workshop.html

tiqqer logo

Nach etlichen Monaten Freizeitcoding, endlosen Meetings mit und ohne Bier, einigen interessanten Gesprächen mit Bloggern, Netzverrückten und sogar Businesssportlern ist es jetzt doch an der Zeit mal die gute alte virale Promomaschine anzuwerfen. Tiqqer das Tool braucht also Tiqqerblog das Blog. Und hier ist es. Natürlich werden wir noch 4-6 Wochen schrauben, “Under The Hood” ist noch ein wenig zu tunen, eigentlich sind die Featurelisten ein Leben lang endlos lang. Aber zum Glück ist es ja Web2.0-ig, also auf jeden Fall Perpetual Beta. Elegant gesprochen: Agile Development.

Und um was geht es eigentlich? Nach fast 3 Jahren Bloggen und nach 13 Jahren Netzerfahrung wollten wir ein Tool bauen, dass uns beim täglichen Kampf um den “heissen Scheiss”, man verzeihe die Wortwahl, aber darum geht es doch (!), unterstützt. In meinem professionellen Dasein lese ich täglich geschätzte 600 Postings aus etwa 50-80 handverlesenen Feeds. Zugegebenermassen ist dabei neben Nerd- und Technologyfeeds auch Unterhaltsames, Musikalisches, Künstlerisches. Aber mal unter uns: 600 Daily Postings zwischen 8.30 und 9.00 Uhr? Das ist doch eher “Shallow Processing”, drüberfliegen, hängenbleiben, nach del.icio.us schieben, beim ersten Kaffee die Kollegen fragen. Ach ja und dann kommen ja auch noch per Email geschätzte 20-30 Links pro Tag rein, die man unbedingt checken muss.

Lange Rede, kurzer Sinn: Abhilfe musste her, Tiqqer heisst das Baby. Unter der Haube:

- Quality Feed Index

- Memetracker

- Medienanalyse

- Suche

- Personalisierte Channels

- Einfache Social Network Geschichten

- Minimales Anreizsystem: Most read, most inserts, etc.

Und jetzt geht der Wahnsinn also los: Vorfreude, noch mehr Sorgen, Closed-Beta vorbereiten, Family, Friends, Freaks draufhetzen, Prügel beziehen, die Reaktion der deutschen Blogosphere abwarten, aber es kribbelt kräftig!

PS: Ihr wollt natürlich wissen, ob dies nicht ein billiger Clone von Rivva oder gar Scouty ist. Oder noch schlimmer, ob wir gar nach den Sternen greifen und Technorati, Google BlogSearch, etc. im Visier haben? Gute Fragen, bessere Antworten im nächsten Posting, ich muss die Kinder vom Rechner wegtreiben und ins Bett bringen …

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